|
Talentabend
 |
 |
Zürich,
Zweig Ravensburg: Unter der gelungenen Moderation von
Schwester Elba Kostanzen und Schwester Tebea Krause wurde
am 26. Oktober 2002 in den Räumen des kleinen Zweiges
Ravensburg gesungen, getanzt, gespielt, musiziert, gelesen
und vorgetragen. Junge und alte Künstler zeigten ihre
Bilder, Skulpturen, Auszeichnungen und Handarbeiten. Erstaunlich
viele Besucher applaudierten und feuerten dazu an, jedes gute
Talent zu fördern.
Die zehnjährige Romina Stevens war die jüngste Programmteilnehmerin.
Sie tanzte nach eigener Choreographie zu modernen Musikrhythmen.
Schwester Rosa Pabel las liebevoll ein Märchen vor und
die Missionare erfreuten mit Gesang und Flötenspiel.
Schwester Cornelia Hofmann hatte aus ihren Schätzen der
Weltliteratur ein kleines Aphorismen-Dossier zusammengestellt,
das sie zur Erheiterung aller vortrug.
Gisela und Alfred Schneider (nicht nur auf der Bühne
ein Ehepaar) erfanden in ihrem Sketch immer wieder neue absurde
Gründe, wie sie die ungeliebte Schwiegermutter von ihrem
angekündigten Besuch abbringen könnten. Bruder Rüdiger
Trautmann, Zweigpräsident, trug ein langes Gedicht vor,
das er vor bielen Jahren einmal selbst geschrieben hatte,
und erheiterte die Anwesenden, die bis dahin nicht wussten,
dass er sich dieser Kunst gewidmet hatte. Bruder Benjamin
Woite führte in einem ernsten Vortrag aus, was Kreativität
bedeute und wie man sie fördern könne und solle.
Bruder Reinhard Staubach las aus seinen Werken Gedichte und
Erzählungen. Schwester Gisela Schneider erfreute das
Publikum als TV-Nachrichtensprecherin, der etliche Worte nicht
so recht über die Lippen wollten. Mit unzähligen
Versprechern brachte sie alle zum Lachen. Zweimal während
des Programms ließ Schwester Susann Trautmann ihre ausgebildete
Stimme erschallen und trug professionell und wohlklingend
zwei Gospels vor. Dabei begleitete sie sich am Klavier selbst.
Wunderschöne Gemälde und Zeichnungen präsentierten
die Schwestern Julia und Sarah Schneider im Ausstellungsraum.
Schwester Tabea Krause zeigte Bilder und filigrande Handarbeiten.
Schwester Johanna Schneider stellte niedliche kleine Skulpturen
aus und Bruder Alfred Schneider hatte seine Auszeichnung als
bester Schütze vom Schützenverein Ebersbach-Musbach
mitgebracht.
Zum Abschluss traf man sich am Kalten Büfett und stürzte
sich auf die Gaumenfreuden. Schwester Elba Kostanza hatte
sie sehr dekorativ und geschmackvoll vorbereitet. Niemand
konnte sich mehr daran erinnern, wann es zuvor den letzten
Talenteabend des Zweiges Ravensburg gegeben hatte. Lange zögerte
man, eine derartige Veranstaltung durchzuführen, weil
der Zweig winzig ist und man zweifelte, ob es genügend
Teilnehmer gäbe. Doch nun waren alle von der Ausstellung
und vom neunzigminütigen Programm begeistert und der
Wunsch wurde laut, die Veranstaltung jährlich zu wiederholen.
Reinhard Staubach
Bildkommentar:
Oben: Zuschauer beim Talentabend des Zweiges Ravensburg
Unten: Die zehnjährige Romina Stevens tanzt nach eigener
Choreographie zu modernen Musikrhythmen.
-
aus Liahona, April 2003

Mormonen
„Mit
diesen Grundsätzen Exoten"
Klartext
der Pressemeldung:
RAVENSBURG/WEINGARTEN
- (sz) - Winterolympiade 2002: Alle Welt blickt derzeit gespannt
auf die unscheinbare Stadt Salt Lake City in Utah – Hauptstadt
der weltweit verstreuten elf Millionen Mormonen. Journalisten
sprechen scherzhaft von den „Molympics“. Eine kleine Gemeinde
der „Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage“ mit
etwa 100 Mitgliedern gibt es in der Region.
Von
unserem Mitarbeiter Andreas Büchelmaier
„Klar
haben wir die Eröffnungsfeier im Fernsehen gesehen, aber viel
aufhebens darum haben wir nicht gemacht.“ Rüdiger Trautmann,
ehrenamtlicher Zweigpräsident der „Kirche Jesu Christi der
Heiligen der letzten Tage Zweig Ravensburg in Weingarten“
gibt sich bescheiden. Unaufällig sind die Gemeinderäume zwischen
Büros von Imobilienhändlern und Versicherungsmaklern im Gewerbezentrum
Hähnlehof untergebracht. Die Einrichtungsgegenstände geben
sich sachlich nüchtern, der Versammlungsraum ist nicht bebildert.
„Damit die Gläubigen nicht vom Gebet abgelenkt werden,“ erklärt
Trautmann, beruflich in der Versicherungsbranche tätig. Nur
nicht auffallen lautet die Devise. Ein bisschen stolz ist
die Gemeinde aber schon, dass der Zweig Ravensburg einer der
ältesten in Deutschland ist. „So um 1874 trafen sich die ersten
Mitglieder,“ datiert Reinhard Staubach das Gründungsdatum.
Er ist einer der beiden so genannten Ratgeber, die den Zweigpräsidenten
Trautmann unterstützen.
Begründet hat die Religion am 6. April
1830 ein amerikanischer Farmersohn, John Smith. Seine Visionen
sind im Buch Mormon niedergeschrieben, das in seiner Bedeutung
für die Mormonen auf einer Stufe mit der Bibel steht und ihnen
ihren Namen gab. Doch die Mitglieder wollen sich als „Heilige
der Kirche Jesu Christi der letzten Tage“ bezeichnet wissen.
„Das wir Heilige sind, soll aber nicht heißen, dass wir in
höheren Sphären schweben,“ versichert Trautmann lachend, den
Zeigefinger gen Himmel gerichtet. Religionsstifter John Smith,
glühender Verfechter der Vielehe, hatte nicht viel zu lachen.
Er starb 1844 den Mätyrertod für sein Familien-Ideal der Polygamie.
Aufgebrachte Mitbürger erschossen ihn.
„Auf diese Frage habe ich gewartet.“ Zweigpräsident
Trautmann rückt akkurat seinen Krawattenknoten zurecht. Die
vielen kleinen Bugs Bunnys auf dem Schlips wollen nicht so
recht zum Klischee des aggressiven Missionars passen, die
als mausgraue Herrn durch die Köpfe und Gazetten geistern.
Hin und wieder berichte die Tagespresse von solchen Fällen
der Vielehe, räumt Trautmann ein „aber diese unersättlichen
Ehemänner gehören fundamentalistischen Splittergruppen an,
die sich König Salomon mit seinen 100 Frauen als Vorbild nehmen.“
Solche Abspaltungen seien offiziel von der Kirche nicht akzeptiert.
Bereits im Jahr 1890 habe man die Vielehe aufgehoben, um als
Bundesstaat Utah 1896 dem amerikanischen Staatenbund beitreten
zu können.
Jeder gläubigen Mormone versucht fieberhaft,
seinen Stammbaum bis zu Adam und Eva zurückzuverfolgen. Die
Forschungswütigkeit hat einen hübschen Nebeneffekt: Die Mormonen
verfügen über das weltweit größte Archiv zur Ahnenforschung.
Auch die Zweigstelle Ravensburg hat ihre eigene genealogische
Forschungsstelle, die von Reinhard Staubach betreut wird.
„Wir haben hir ein Verzeichnis aller Mikrofilme, auf denen
etwa Kirchenbücher, Steuererhebungslisten und standesamtliche
Urkunden gespeichert sind,“ erklärt Staubach, der derzeit
an seiner Schriftsteller-Karriere bastelt. Jeder kann die
praktische Einrichtung nutzen, auch Nichtmitglieder, um nach
seinen Vorfahren zu fahnden.
Richtig stolz macht Trautmann und Staubach
vor allem, dass im deutschen Olympia-Aufgebot zwei Frauen
sind, die ihrem „exotischen“ Glauben angehören: Die Eishockey-Damen
Stephanie Wartosch-Kürten und Sabine Rückauer.
Bildkommentar:
Reinhard Staubach, Leiter der genealogischen Forschungsstelle
(links) und Zweigpräsident Trautmann beim Begutachten
einer Mikrofilmrolle, auf der die Kirchenbücher und andere
urkundliche Daten gespeichert sind. - Bild: Andreas Büchelmaier
-
aus Schwäbische Zeitung, Ravensburg, 19. Februar
2002
"Heilige
der Letzten Tage" zu Besuch im Rathaus
OB
empfängt Mormonen
Klartext
der Pressemeldung:
RAVENSBURG
(sz) - Oberbürgermeister Hermann Vogler hat eine kleine
Abordung der lokalen Gemeinde der "Kirche Jesu Christi der
Heiligen der Letzten Tage" (Mormonen) empfangen, um sich über
diese Glaubensgemeinschaft zu informieren.
Erstaunt zeigte er sich darüber, dass es die Heiligen
der Letzten Tage bereits seit 125 Jahren (1874) in Ravensburg
und Weingarten gibt. An dem Gespräch nahmen auch die
beiden jungen Missionare, Elder Wooley und Elder Ludwig teil,
deren Einsatz Ravensburgs Stadtoberhaupt bewunderte, weil
sie ihre zweijährige Missionszeit selber finanzieren.
Sie informierten ihn knapp über die christlichen Lehren
und Glaubensgrundsätze der Heiligen der Letzten Tage.
Im überreichten Informationsmaterial befand sich unter
anderem "Das Buch Mormon", jenes Buch, welchem die Heiligen
der Letzten Tage ihren Spitznamen verdanken und das sie neben
der Bibel als heilige Schrift anerkennen. Als man auf die
"Proklamation an die Welt" zu sprechen kam, die den Schutz
der Familie betont, erwähnte Oberbürgermeister Vogler,
dass auf kommunaler Ebene gerade kürzlich verstärkt
Schritte unternommen wurden, um ebenfalls die Familie zu stärken.
Der Leiter der lokalen Genealogie-Forschungsstelle, Reinhard
Staubach, berichtete, dass etliche Ravensburger Bürger
regelmäßig die Einrichtung der Gemeinde aufsuchen,
wo sie gegen geringe Gebühren unter anderem in alten
Dokumenten der katholischen und evangelischen Kirche nach
ihren Vorfahren forschen können. Familienforschung sei
in den letzten Jahren zu einem beliebten Hobby geworden. Die
Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage verfügt
über das weltweit größte Archiv genealogischer
Unterlagen, die auf Mikrofilm jedermann zur Verfügung
stehen.
Das dreiviertelstündige Gespräch verlief einer Pressemeldung
der Heiligen der Letzten Tage zufolge in sehr offener und
freundlicher Atmosphäre. OB Vogler sagte, dass er es
schätze, einmal aus erster Hand über diese Kirche
informiert zu werden.
Bildkommentar:
Empfang
im Rathaus für eine Abordnung der schon seit 1874 in
Ravensburg und Weingarten bestehenden Glaubensgemeinschaft
"Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage". Auf dem
Bild von links: Reinhard Staubach, Elder Wooley, Elder Ludwig
und OB Hermann Vogler.
-
aus Schwäbische Zeitung, Ravensburg, 19. Nov.
1999
Mormonen
Per
Computer auf Ahnenforschungstrip in den Vereinigten Staaten
Eine
beliebte Anlaufstelle für professionelle und Amateure-Genealogen
(Ahnen- und Familienforscher) ist die von der "Kirche Jesu
Christi der Heiligen der letzten Tage", besser bekannt unter
der Bezeichnung "Mormonen", in Weingarten eigerichtete Forschungsstelle.
Weingarten (sz)- Die Forschungsstelle wird, wie es bei der
örtlichen Gemeinde heißt, überwiegend von
Nichtmitgliedern dieser Religionsgemeinschaft aufgesucht.
Die Einrichtung, die sich im Gewerbezentrum in der Hähnlehofstraße
5 (gegenüber dem Kammergebäude der IHK) befindet,
wurde 1995 als Zweigstelle der Genealogischen Gesellschaft
der "Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage", die
ihren Sitz in Salt Lake City im Staate Utah hat, eröffnet.
Über
die Weingartener Forschungsstelle haben die Benutzer Zugriff
auf das gesamte auf Mikrofilm gespeicherte Archiv der Zentrale
in Salt Lake City. Nach Angaben Reinhard Staubachs, Beauftragter
für Öffentlichkeitsarbeit in der Gemeinde, unterhält
die Genealogische Gesellschaft seiner Kirche das weltweit
größte genealogische Archiv, das sich nicht nur
auf die Vereinigten Staaten beschränkt. Seit mehr als
50 Jahren bemüht sich die Gesellschaft um die Erhaltung
von Urkunden. DAzu gehören vor allem Kirchenbücher,
Standesamtsregister, Militärpapiere, aber auch Quellen
wie Leichenpredigten und Ortssippenbücher. Privatpersonen,
die ihre persönliche Ahnenreihe erforschten, gehörten
ebenso zum Benutzerkreis der Forschungsstelle wie Historiker,
die an einer Gemeindechronik arbeiteten.
Wenngleich die "Kirche der Heiligen der letzten Tage" von
Nichtmitgliedern für die Benutzung ihrer genealogischen
Forschungsstelle in Weingarten eine Gebühr erhebe, haben
sie ihr Archiv nicht aus dem Grund zusammengetragen, um daraus
großen kommerziellen Gewinn zu erzielen. Ahnenforschung
sei bei dieser Religionsgemeinschaft ein wichtiger Bestandteil
der Glaubensausübung und habe hier deshalb eine lange
Tradition. Dank modernen Kommunikationstechniken seien die
dabei erfaßten Daten und Informationen weltweit verfügbar.
-
aus Lindauer Zeitung, 1. Apr. 1997
Mormonen
auf der IBO
"Jeder
Schritt im Glauben"
Auf einem IBO-Messestand in Halle 6 will die "Kirche Jesu
Christi der Heiligen der Letzten Tage" darüber informieren,
wer sie ist, was sie tut und woran ihre Mitglieder glauben.
Ihre Mitglieder nennen sich "Heilige der Letzten Tage", werden
aber auch oft als "Mormonen" bezeichnet. Als die Kirche 1830
im US-Bundesstaat New York gegründet wurde, zählte
sie sechs Mitglieder. Heute gibt es auf der ganzen Welt über
zehn Millionen. Die Kirche ist weltweit organisiert rnit vielen
Tausenden Gemeinden; ihr Hauptsitz befindet sich in Salt Lake
City, im Bundesstaat Utah, USA. Unter dem Motto; "Jeder Schritt
im Glauben" sollen auf der IBO alle Fragen beantwortet werden.
Im Jahre 1847 betraten die unter Verfolgung leidenden Mitglieder
der Kirche zum ersten Mal das große Salzseetal in Utah
(USA). In einer kargen Landschaft bearbeiteten sie den Boden,
bauten Häuser, Schulen, Kirchen und Tempel. So entstand
in der Wüste die blühende Stadt Salt Lake City.
Im Jahre 2002 ist sie Austragungsort der Olympischen Winterspiele.
Die heutigen Pioniere der Kirche sind ihre Missionare. Über
50 000 Mitglieder dienen weltweit auf eigene Kosten, um das
Evangelium Jesu Christi zu verkünden.
Die Fämilie ist die Grundeinheit der Kirche. Die Ehe
wird als heilig und ewig angesehen und nicht nur "bis der
Tod diese scheide". Spezielle Programme helfen, das Zusammengehörigkeitsgefühl
zu fördern. Dabei soll kein Zwang ausgeübt werden.
Denn die freie Entscheidung jedes einzelnen wird hoch gehalten.
Außer dem persönlichen Interesse, möglichst
viel über sich selbst und die Ahnen zu erfahren, werden
die Mitglieder der Kirche auch durch ihren Glauben angespornt,
genealogische Forschung zu betreiben. Daraus hat sich das
weltweit größte genealogische Archiv der Kirche
entwickelt. Professionellen Genealogen ist es wohl bekannt
und wird gerne genutzt. Auf Mikrofilm aufgenommene Kirchenbücher,
Standesamtsregister, Militärpapiere u. a. können
in den Genealogischen Forschungsstellen rund um den Bodensee
eingesehen werden. Auf dem Messestand kann man sich einen
Enblick über die erfaßten Urkunden und Daten verschaffen.
- aus Schwäbische Zeitung, Friedrichshafen, 14.
März 1997
IBO =
Internationale Bodenseemesse in Friedrichhafen am Bodensee
|